In Crimmitschau und gegen Kaufbeuren trifft Bayreuth auf zwei Tabellennachbarn

Freitag geht es um 20 Uhr zum Duell mit den Eispiraten, zu deren Fans seit Jahrzehnten eine der wenigen wirklich gelebten Fanfreundschaften besteht. Wegen der kürzesten Entfernung aller Tigers-Gegner in der Liga kommt dieses Spiel auch dem Begriff Derby noch am Nähesten, was auch für eine große Kulisse mit zahlreichen Gästefans spricht.
An der Pleiße gab es im Sommer nach der enttäuschenden letzten Spielzeit, wo man mit dem „last minute“ Klassenerhalt im Play-down-Finale gegen Rosenheim den Supergau gerade noch verhindern konnte, einen ziemlich großen Neuaufbau.

Der ebenfalls neue Trainer Kim Collins bekam dazu besonders drei neue nordamerikanische Kontingentspieler, die allesamt entscheidenden Einfluss auf die bisher deutlich bessere Spielzeit haben. Im Tor konnte Olivier Roy überzeugen und vorne sind Robbie Czarnik und Jordan Knackstedt offensiver Dreh-und Angelpunkt der Westsachsen. Alles nur auf dieses Dreigestirn zu reduzieren trifft den Kern der Crimmitschauer Rennaisance aber auch nicht. Ganz wichtige Rollen spielen auch der Goldhelm des Vorjahres Patrick Pohl, der ebenfalls neue stürmende Finne Ossi Saarinen und der neue Abwehrchef Ales Kranjc. Das auf den entscheidenden Positionen sehr erfahrene Team belegt trotz in den letzten Wochen einiger hohen Niederlagen aktuell mit 19 Punkten Platz 7 und das bei einer stark negativen Tordifferenz.

Sonntag wird ab 18.30 Uhr unter Sponsor of the match FH-Werbetechnik der ESV Kaufbeuren im Tigerkäfig erwartet. Mit der Rückkehr des langjährigen Spielers und eines der„Gesichter der Tigers“ Christopher Kasten gäbe es dabei auch noch ein weiteres extra spezial, falls er seine Verletzung rechtzeitig auskuriert.

Wie ein Gegenentwurf zum Freitagsgegner wirken hier insgesamt die wenigen Veränderungen über den Sommer, wobei die starke Vorsaison der Allgäuer eben auch kaum Anlass dazu gab. Trainer Brockmann vertraut weiterhin vielen seiner Leistungsträgern und musste nur punktuell Neuzugänge integrieren. Beim ESV wird weiterhin vieles getragen vom starken Goalie Vajs oder den Skandinaviern um Blomquist, Karevaara und Laaksonen im Angriff. Offensiv bringt sich dort jetzt der neue Kanadier Charlie Sarault (aus Nauheim gekommen) schon gut ein, während die anderen Neuen Lewis und Billich (zuletzt verletzt) noch nicht so auffallen. Hinten sorgt mit Sebastian Osterloh ein erfahrener, ehemaliger DEL-Spieler für Ordnung neben einigen Jungen. Dieses eingespielte Ensemble erwarten viele auch dieses Jahr wieder im Vorderfeld, doch mit teilweise immer noch drei Spielen weniger als die Konkurrenz ist die Tabelle natürlich sehr verzerrt und man belegt aktuell Platz 10 bei 12 Zählern. Eines der weiteren Problemfelder ist auch, dass sich der ESV etwas zu viele Strafzeiten leistet und durch das häufige Unterzahlspiel ab und an in Not gerät. Wie man gegen die Joker bestehen kann, zeigten die Oberfranken vor einigen Tagen beim überraschend deutlichen 1-5 Auswärtserfolg. Zuviel ableiten kann man davon aber nicht, sondern eher sollte man mit Revanchegelüsten rechnen.

Genau zwischen den beiden nächsten Kontrahenten, nämlich auf Platz 8 und guten 17 Punkten rangieren momentan die Tigers. Die Personallage nach den beiden Abgängen Barta und Pesut (s. extra Mitteilung) und dem sicheren Ausfall von Verteidiger Mayer bleibt allerdings weiterhin angespannt. Bei den zuletzt ebenfalls fehlenden Gläser und Voronov hat man Hoffnung auf Rückkehr, aber wie üblich kann man das bei den Förderlizenzspielern erst kurzfristig genauer einschätzen, wobei Kooperationspartner Regensburg zum Bsp. momentan eigene Angeschlagene vor schweren Spielen zu beklagen hat. Tigerdompteur Waßmiller hat damit das Problem außer der KGB-Reihe kaum auf eingespielte Angriffsreihen zurückgreifen zu können. Nur in der Defensive haben sich die Pärchen schon richtig gefunden. Sichtbar wird das auch an den relativ wenigen Gegentreffern woran auch die bisher starke Saisonleistung von Torwart Vosvrda ihren Anteil hat. Ständig wechselnde und dünne Besetzungen der Stürmer verhindern dagegen schon die ganze Zeit normale Trainingsabläufe und unter diesen Umständen ist es ihm deswegen oft kaum möglich so vieles einzustudieren wie es nötig wäre. Als Kämpfernatur lässt er sich davon aber genauso wie sein Team nicht unterkriegen: „Wir versuchen weiter das Beste aus den Bedingungen zu machen und werden auch in Crimmitschau oder gegen Kaufbeuren trotz kleinem Kader wieder alles versuchen“. „Gute Defensivarbeit und möglichst wenig Strafen sind bei kurzem „lineup“ noch wichtiger und daraus dann schnelle Gegenzüge kreieren“, gibt er außerdem einen kleinen Einblick seiner nicht überraschenden Gedanken.
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