Weiteres Torfestival oder gelingt defensive Stabilisierung?

22 eigene Treffer aber eben auch 23 Gegentreffer gab es in den letzten vier Spielen mit Bayreuther Beteiligung. Spektakel war also angesagt, aber man holte dabei „nur“ fünf Zähler und um vom Tabellenende weg zu kommen braucht man mehr Punkte, da die Konkurrenz im hinteren Drittel der Tabelle genau diese zuletzt kontinuierlich sammelte. Hinten weniger zulassen wird also eine der Hauptaufgaben der Wagnerstädter sein.

 

Freitag, um 20.00 Uhr kommt der aktuelle Tabellenführer, die Kassel Huskies in den Tigerkäfig und hier wird es so offen, wie man sich zuletzt präsentierte, für die Tigers sicher sehr schwierig erfolgreich zu sein.

Das Team von Trainer Kehler verfügt als „Tormaschine der Liga“ über zahlreiche starke Offensivkräfte, die bis auf den jungen Torjäger (14 Saisontreffer) Alexander Karachun alle nordamerikanische Wurzeln haben. Egal ob Duffy, Kirsch, Trivino, Carroll, Mueller oder Moser (momentan verletzt) sind alle sehr gefährlich. Auch hinten hat man mit Humphries und Shevyrin starke Kräfte, die mit den Goalies Kuhn und Hungerecker die Gegentore aktuell auf den zweitniedrigsten Stand der Liga halten. Ungewöhnlich für einen Spitzenreiter ist dagegen das wenig effektive Powerplay, wo man mit nicht einmal 16% Erfolgsquote das hintere Ende des Rankings ziert. Das Hinspiel in Nordhessen endete mit einem knappen 3-2 für Kassel und da waren die Oberfranken lange auf Augenhöhe, was zeigt, dass man am eigenen Limit agierend auch gegen solche Teams bestehen kann.

 

Sonntag geht es dann ab 17.00 Uhr beim Aufsteiger Landshut in ein wichtiges Duell der hinteren Tabellenregion. Die Niederbayern haben noch zwei Spiele Rückstand und liegen mit 25 Zählern momentan direkt vor Bayreuth auf Platz 13. Das Team um Trainer Kammerer lebt offensiv hauptsächlich vom kanadischen Duo Pompej und Czarnik (der aber immer wieder mal verletzt ausfiel, wie z.B. beim 3-2 Heimsieg der Tigers im Oktober), wobei November-Neuzugang Hayes zusammen mit den einheimischen Forster, Ehl oder Schmidpeter auch langsam Fahrt aufnehmen. Für die Abwehr hat man sich nach dem Ausfall von McFadden die Dienste des Ex-Tölzers Wehrs gesichert, der nun zusammen mit dem kurzfristigen, starken DEL-Neuzugang Bohac (zuletzt Schwenningen) und einigen erfahrenen Kräften wie Kronthaler, Ostwald und den Torhütern Hübl und Berger für Stabilität sorgen soll.

So langsam akklimatisiert man sich also immer mehr in der höheren Liga und feierte zuletzt zwei Heimsiege in Folge (4-3 gegen Tölz und Dienstag besonders überzeugend 6-1 gegen Nauheim).

 

Tigers-Coach Kujala sucht natürlich auch nach Lösungen für die aktuellen Defensivschwächen und geht auf Ursachenforschung. „Lange Zeit waren wir hinten relativ stabil, hatten dafür aber Probleme mit dem Tore schießen. Nun schießen wir Tore und bekommen fast noch mehr. Da könnte man denken, wir spielen jetzt zu offen, aber ich sehe da nicht die Taktik als Grund, denn die Ausrichtung ist jetzt nicht wirklich anders als vorher, sondern eher, dass wir momentan rückwärts und besonders in der eigenen Zone zu weich spielen“, ist seine Analyse. Mit weich ist sicher gemeint, zu weit weg von den Gegenspielern, die dann zu viel Platz haben, zu zaghaft im Zweikampf und mit Fehlern die man stellenweise nur als Aussetzer bezeichnen kann. Daran arbeitet man im Training, aber falsche Entscheidungen kann man nur bedingt trainieren, da passiert viel im Kopf während der Drucksituationen im Spiel, die man kaum simulieren kann. Wichtig für die Stabilität wäre dazu sicher auch eine Rückkehr von Simon Karlsson ins Team, doch dessen Verletzung aus dem letzten Heimspiel ist noch nicht vollständig auskuriert, so dass man noch abwarten muss, wann es wieder reicht für ein Punktspiel. Man hat aber zumindest etwas Hoffnung auch für diesen Freitag. Aktuell weiterhin in Bayreuth ist Nürnbergs Förderlizenzspieler Pascal Grosse, der mit seiner sehr soliden Vorstellung bisher auch für die nächsten Spiele eingeplant ist. Daneben hofft man auch, dass das Sturmhoch der ersten Formation Rajala, Gron, Melanson genauso anhält wie andere offensive Steigerung z.B. von Järveläinen. Wenn nun auch noch die Abwehrarbeit des ganzen Teams wieder verbessert werden kann, sind Punktgewinne sicher nicht ausgeschlossen, was dem Konto der Tigers sehr gut tun würde um den Anschluss nicht vorzeitig zu verlieren.

 

Tickets für Heimspiele der Tigers finden sich hier: Online-Tickets                   

 

-bis-

Foto: Karo Vögel 

Teile diese News